Meine Sommertour durch die Berliner Handwerksbetriebe hat mich diesmal zu einer echten Ausnahmekünstlerin geführt: Stefanie Hering, Keramikmeisterin, Designerin und Gründerin der Marke Hering Berlin.

Wer ihren Showroom im Südwesten von Berlin Betritt betritt, spürt sofort, dass hier zwei Welten zusammenkommen, die eigentlich selten so überzeugend zueinanderfinden: traditionelles Kunsthandwerk und internationales Design. Stefanie Hering hat ihr Handwerk von der Pike auf gelernt – mit einer Töpferlehre, Gesellenjahren in Deutschland, Irland und Dänemark und einem Meisterabschluss an der Fachschule für Keramikgestaltung in Höhr-Grenzhausen. 1992 gründete sie ihre erste eigene Werkstatt in Berlin-Prenzlauer Berg, sieben Jahre später entstand daraus die heute international renommierte Marke Hering Berlin.

Was mich besonders beeindruckt hat: Das Porzellan aus Berlin wird in enger Zusammenarbeit mit der Manufaktur Reichenbach in Thüringen gefertigt und findet sich heute in Spitzenrestaurants, Luxushotels und bei Sammlern rund um den Globus. Selbst beim G7-Gipfel auf Schloss Elmau wurde Hering-Berlin-Geschirr aufgetischt. Auch für große Namen wie Rosenthal, Villeroy & Boch und Bernardaud hat Stefanie Hering Entwürfe geschaffen.

Ihre Designsprache ist klar erkennbar: reduzierte Formen, mattes Biskuitporzellan im Kontrast zu glänzenden Glasuren, dazu ungewöhnliche handwerkliche Techniken und ein hoher funktionaler Anspruch. Kein Zufall, dass ihr Schaffen mit zahlreichen Preisen gewürdigt wurde – vom Red Dot Award „Best of the Best“ über den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland in Gold bis zum Gold Prize der World Ceramic Biennale Korea.

Für mich ist Stefanie Hering ein wunderbares Beispiel dafür, wie viel Strahlkraft entstehen kann, wenn Meisterschaft, Materialkenntnis und unternehmerischer Mut zusammenkommen. Sie zeigt eindrucksvoll, dass Handwerk „Made in Berlin“ auf den größten Bühnen der Welt bestehen kann – und macht damit Mut für alle Betriebe, die Qualität und Eigenständigkeit über den schnellen Trend stellen.