Manche Betriebsbesuche bleiben besonders im Gedächtnis. Der bei der Tischlerei Raummodul in Berlin gehört für mich definitiv dazu – eine Geschichte über Familie, Handwerkskunst und einen Neuanfang, der gerade erst beginnt.
Drei Brüder, ein Plan
Anfang 2022 haben die drei Brüder Tim, Robbert und Björn die Tischlerei Raummodul gegründet. Was mich bei meinem Besuch sofort beeindruckt hat: Wie klar und wie selbstverständlich sich die drei die Aufgaben aufgeteilt haben. Jeder hat seinen Bereich – einer lebt die Kreativität in der Werkstatt, einer treibt den Vertrieb voran, einer hat die Planungszahlen im Blick. Keine Reibung, kein Gegeneinander, sondern drei Perspektiven, die sich ideal ergänzen.
Dazu kommt ein Team aus kreativen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Auszubildenden, das genau diesen Spirit mitträgt.
Dass dieses Konzept aufgeht, wurde auch von außen honoriert: Im Februar 2024 gewann Raummodul den Deutschen Fachkräftepreis in der Kategorie Arbeitskultur – eine verdiente Anerkennung für ein Betriebsklima, das viele sich wünschen, aber wenige so konsequent umsetzen.
Der Tiefschlag
In der Nacht auf den 2. November 2025 kam dann der Einschnitt, den sich niemand wünscht: Ein Brand auf dem Nachbargrundstück griff über und legte die Werkstatt von Raummodul bis auf die Grundmauern in Schutt und Asche. Kein Eigenverschulden – und trotzdem stand von einem Tag auf den anderen alles infrage, was die drei Brüder aufgebaut hatten.
Aufgeben war keine Option
Was danach geschah, zeigt, was das Berliner Handwerk zusammenhält: Eine Welle der Solidarität rollte durch die Berliner Tischlereibetriebe. Kolleginnen und Kollegen aus der Branche packten mit an, unterstützten mit Material, Maschinen und Werkstattflächen. Auch die Tischler-Innung Berlin half tatkräftig mit und knüpfte wichtige Kontakte.
Diese Unterstützung war und ist Gold wert. Denn eines war für Tim, Robbert und Björn von Anfang an klar: Aufgeben stand nie zur Debatte.
Zwischenstation Tempelhof
Aktuell arbeitet das Team von Raummodul in temporären Räumen in Tempelhof – ein wichtiger Übergang, der zeigt, wie handlungsfähig und pragmatisch die drei Brüder auch in der Krise geblieben sind. Doch das langfristige Ziel ist klar: Gesucht wird ein neuer, dauerhafter Standort, an dem die gesamte Mannschaft wieder unter einem Dach zusammenkommt und gemeinsam an der Zukunft von Raummodul weiterbauen kann.
Mein Fazit
Der Besuch bei Raummodul hat mich sehr berührt. Hier zeigt sich, wie viel Kraft in einem eingespielten Team steckt – und wie viel Rückhalt das Handwerk in Berlin bietet, wenn es darauf ankommt. Ich drücke Tim, Robbert, Björn und ihrem gesamten Team die Daumen, dass sie bald den passenden neuen Standort finden. Die Geschichte von Raummodul ist noch lange nicht auserzählt.
Kennen Sie einen passenden Standort für die Tischlerei Raummodul oder möchten den Betrieb unterstützen? Melden Sie sich gerne bei mir – ich stelle den Kontakt her.

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