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Diversität, Wertschätzung und Mitbestimmung sind ein wichtiger Teil bei der drittwerk GmbH. Und der Metallbau natürlich, einer der ältesten Handwerksberufe, mit allem, was dazugehört vom kleinen Möbelstück bis zum Stahlbau: Balkonballustraden, Außentreppen und Geländer, Zäune und Tore. Aber auch Deckenskulpturen und Artistikbedarf entstehen in der Werkstatt des Betriebs, der sich als Kollektiv versteht. „Wir teilen die Arbeit und das Geld möglichst hierarchiefrei auf, beim Küchendienst und Putzen genauso wie beim Kundengespräch und der Montage. Nicht immer einfach, aber wir bemühen uns“, sagt Geschäftsführerin Luise Hofmeier. Seit der Gründung 1981 wird in dem Handwerksbetrieb in wechselnder Besetzung kollektiv geschlossert und diskutiert. Seit vielen Jahren verstehen sie sich als „voll divers und lesbisch-schwul-hetero-jung-alt-von-hier-und- anderswo-gemischt“.

Der Name sowie sein Ursprung sind kurios: Die GmbH wurde seinerzeit in der Körtestraße gegründet und lag tatsächlich in der dritten Etage. Klar, dass dadurch die Art der Arbeiten schon rein gewichtsmäßig beschränkt waren. Mittlerweile bereichert der Metallbaubetrieb die vielgeschätzte Berliner Mischung aus Arbeit und Wohnen im Neuköllner Kiez in der Karl-Marx-Straße 17. Das ist möglich, weil es Absprachen mit den Nachbarn gibt, denn ab 17 Uhr muss Schluss sein mit Lärm.

Die Ausstattung der Werkstatt – auch hier wird über jede Anschaffung einer Maschine per Mehrheitsbeschluss entschieden – erlaubt die unterschiedlichsten Metallbauarbeiten wo Stahl, Edelstahl oder Aluminium zum Einsatz kommen. Und das soll auch noch lange so bleiben, auch wenn sich Luise Hofmeier in einigen Jahren in den Ruhestand verabschieden wird. Mit Tsai-Wei Su steht bereits die nächste Generation in den Startlöchern. Das Ziel liegt nur noch zwei Teile der Meisterprüfung entfernt. Überhaupt sind auch regelmäßig Praktikantenplätze besetzt, damit die „härteste Tür Neuköllns“ auch über die kommenden Generationen hinweg weiterhin Bestand hat.

Text: Elke Sarkandy